Hier brauen wir im Brauhaus Wittenberg

BEYERHOF – Das Historisches Gebäude MARKT 6

Christian Beyer wurde 1482 in Kleinlangheim in Unterfranken geboren. Im Sommer 1503 ließ sich der junge Franke ins Album der Wittenberger Universität eintragen, und gehörte damit zu einem der ersten Studenten der rasch an Bedeutung gewinnenden Universität. 1505 erlangte er die Magisterwürde und 1507 nannte man den hoch begabten jungen Mann schon Lehrer an der Artistenfakultät. Drei Jahre später, promovierte er an der juristischen Fakultät zum Doktor beider Rechte und heiratete.Beyerhof am Markt zu Wittenberg

Er erwarb in Wittenberg das Grundstück Markt 6, den heute bekannten „Beyer-Hof“. 1512 wurde das Grundstück ein Opfer eines ausbrechenden Feuers, doch der Professor konnte schon im selben Jahr mit dem Wiederaufbau des Hauses beginnen. Weil ihm der Neubau so viele Kosten verursachte, bat er später den Kurfürsten, sein Gehalt um 30 Gulden zu erhöhen. Dieses Gebäude nahm wie die meisten großen Neubauten der damaligen Zeit auch Studenten auf. Die Zahlungen für Kost und Logis der Studenten waren für die Wittenberger Bürger und die Professoren eine wichtige Einnahmequelle. Bekanntlich haben ja auch in den Häusern Luthers und Melanchthons Studenten gewohnt und gelebt.

Gedenktafel Christian Beyer1513 wurde Dr. jur. Christian Beyer kurfürstlich sächsischer Rat des Kurfürsten Friedrich der Weise und erstmals Bürgermeister. Das Bürgermeisteramt, übte er des Weiteren in den Jahren 1516, 1519, 1522 und 1525 aus und saß in den Jahren 1520, 1523 und 1526 als beratender Altbürgermeister, im Rat der damaligen Kurstadt Wittenberg. In den Jahren der voranschreitenden Reformation, lenkte er also die Geschicke der Stadt Wittenberg und musste dazu noch sein Lehramt in der Universität wahrnehmen. Obwohl Martin Luther ihn anfänglich kritisierte, weil er den päpstlichen Prinzipien nicht sogleich abschwor und aufgrund seiner Eigensinnigkeit weiter auf das „Jus Canonicum“ setzte, durchschritt er in der Folgezeit eine Wandlung zum reformierten Glauben.

1522 hatte Christian Bayer als Bürgermeister wiederum viel zu tun. Andreas Bodenstein, fing an Schulen und Kirchen zu stürmen. Er ließ Bilder und wertvolle Insignien entfernen und vernichten. Dieses ging auch in die Geschichte als Bildersturm ein. Weil Christian Beyer Mitglied der Universität und zugleich Ratsmitglied Wittenbergs war, musste er den entstanden Tumult beruhigen und wieder Ordnung herstellen. Es lässt sich schwer vorstellen, wie der umtriebige Jurist eine Lösung erlangte, zwischen Kurfürsten und Karlstadt. Jedoch konnte er zunächst diese Bestrebungen mildern, durch einen Vergleich.

Die Folgen der Entwicklung der Reformation, stießen nicht immer auf die Zustimmung der Bürger der Stadt. Als die zwischen den Reformatoren und dem Rat ausgehandelte Beutelordnung (eine Sozialordnung) in Kraft gesetzt wurde, beschimpfte der Bader Valten den Reformator Martin Luther und den Bürgermeister Beyer, sie „weren wert, dass man sie auß der stat jagen solte“, und wurde für seine Äußerungen mit einer Strafe belegt.

Als der Kurfürst Friedrich der Weise gestorben war und sein Bruder Johann die Regierungsgeschäfte übernahm, wurde Christian Beyer als Kanzler an den Hof des Kurfürsten JohannGedenkstein  dem Beständigen, 1528 nach Weimar berufen. Damit wurde er einer der obersten Beamten des Kurfürstentums. Beyer legte nun sein Lehramt an der Wittenberger Universität „Leucorea“ nieder und verzichtete auf seine Rechte als Wittenberger Ratsmitglied.

 1917 errichtete zu Ehren des großen Sohnes des Ortes Kleinlangenheim, dem Reformationsbegleiter Christian Bayer ein Epitaph. Des Weiteren befindet sich am Wohnhaus auf der Hofseite eine Gedenktafel.

 

PORTION JUNGFERNRÖHRENWASSER – ein technisches Denkmal aus dem 16. Jahrhundert Wittenberg besitzt mit dem noch heute fließenden "Altes und Neues Jungfernrörwasser" ein einmaliges technisches Denkmal aus dem 16. Jahrhundert. Im Jahr 1556 schlossen sich sieben wohlhabende Bürger Wittenbergs zu einer "Röhrwassergewerkschaft" zusammen und ließen auf eigene Kosten ein Quellgebiet vor den Toren der Stadt erschließen und von dort eine Röhrwasserleitung mit natürlichem Gefälle in die Collegienstraße bis zum Markt legen.

 Schon 1559 gründete dieselbe Gruppe von Bürgern eine neue Gewerkschaft um eine weitere Röhrwasserleitung in die Stadt legen zu lassen, das "Neue Jungfernröhrwasser".  Auf einigen Höfen in der Altstadt sind noch fließende Zapfstellen vorhanden. Die hier befindliche Portion läuft hier im Hof an der südlichen Marktseite.Brunnen Jungfernröhrwasser

Beim Betreten des Beyerhofes sehen Sie hier dem Gehweg ein sog. Hahnhaus. Am Abzweig zwischen Hauptleitung und Anschlußleitung zur Portion lag jeweils ein Hahnhaus. Dieses machte es möglich den Zufluß des Wassers zu sperren, sobald die Zahlung des Wassergeldes ausblieb.

Quelle: Wikipedia / Torsten Schleese